Im Sokeri-Jussin Kievari wird aus regionalen, heimischen Zutaten ehrliche und schmackhafte finnische Küche zubereitet. Eine besondere Spezialität ist die „Küche der Großmutter“ – nordostbottnische traditionelle Gerichte in ihrer besten Form.
Die Esskultur in Oulu basiert auf Einflüssen aus Ost und West sowie einem Hauch lappländischer Exotik. Die kulinarische Tradition ist geprägt von der für Hafenstädte typischen Experimentierfreude – Lebensmittel aus aller Welt, die Seeleute mitbrachten, fanden hier rasch ihren Platz.
In der Küche des Kievari spiegelt sich die einzigartige Esskultur wider, die aus der internationalen Geschichte der Stadt hervorgegangen ist. Russische Einflüsse zeigen sich beispielsweise in der Verwendung von Pilzen. In der Pfanne goldbraun gebratener Fisch steht für die westliche Tradition.
Das Sokeri-Jussin Kievari ist nicht einfach ein Restaurant unter vielen, sondern ein Erlebnis für sich. Ein Ort, der sich durch seine Einzigartigkeit auszeichnet. Neben der wohltuenden Wärme guter Küche hinterlässt das Ambiente des Kievari einen bleibenden Eindruck: gemütlich, heimelig, ruhig und geprägt von aufmerksamem, flexiblem Service.
Das Sokeri-Jussin Kievari befindet sich auf der Insel Pikisaari in Oulu, in einem handbehauenen Blockgebäude, in dessen Mauern einst der Ouluer Schiffbau florierte. Heute lebt hier ein Restaurantambiente, das seine Kraft aus der Wertschätzung der Vergangenheit und der finnischen Identität schöpft.
Der Kievari-Makasiini steht seit mindestens 150 Jahren an seinem heutigen Standort. Der genaue Zeitpunkt, zu dem das Gebäude – der Überlieferung nach – entlang des Flusses Iijoki nach Pikisaari geflößt wurde, ist nicht bekannt. Möglicherweise wurde der Makasiini im Jahr 1854 errichtet, nachdem britische Truppen die Ouluer Schiffbauindustrie zerstört und Pikisaari niedergebrannt hatten.
Der Name Sokeri-Jussi geht auf den finnischen Industriekapitän Johan Grunström (1877–1953) und ein von ihm in Auftrag gegebenes Dampfschiff zurück. Die Sokeri-Jussi war ein bekanntes Ouluer Schiff, auch wenn es niemals unter diesem Namen zur See fuhr. Im November 1939 bestellte das von Grunström geleitete Unternehmen Suomen Sokeri das Schiff bei der Ouluer Maschinenfabrik. Der Krieg verzögerte die Fertigstellung des Eisenschiffes am Ufer von Pirisaari bis zum Herbst 1945. Schließlich sank das Schiff 1969 nach einer Havarie vor der algerischen Küste auf den Grund des Mittelmeers.
Der Geschäftsführer John Grunström war ein Erneuerer des finnischsprachigen Wirtschaftslebens. In den Kreisen der Ouluer Kaufleute genoss er hohes Ansehen, unter anderem als Mitglied des Vorstandes der Ouluer Maschinenfabrik. Seinen Spitznamen Sokeri-Jussi erhielt er, nachdem er in seiner Fabrik in einen tausend Liter fassenden Siruptank gestürzt war. Übel wäre es um ihn ausgegangen, hätte ein Arbeiter, der seinen Rucksack vergessen hatte, nicht an seinen Arbeitsplatz zurückgekehrt und seinen Chef aus dem Sirup gerettet.
Artikel zur Geschichte von Pikisaari, Sokeri-Jussi und dem Blockmagazin.